Fotoblog Konfetti im Kopf: Die Rolle seines Lebens
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Konfetti im Kopf (10)

Die Rolle seines Lebens

Schwiegersohn Christian beim gemeinsamen Tischtennisspiel mit Ingrid Hufschmidt.

Schwiegersohn Christian beim gemeinsamen Tischtennisspiel mit Ingrid Hufschmidt. Foto Michael Hagedorn

Zehn Jahre lang begleitete Michael Hagedorn Ingrid Hufschmidt aus Garbsen bei Hannover und ihren Mann Dieter mit der Kamera. Er erlebte, wie ein ganzes Netzwerk aus Familie, Freunden und professionell Pflegenden dafür sorgte, dass Ingrid trotz ihrer Demenzdiagnose ein liebevolles Zuhause und ein erfülltes Leben behalten durfte.

»Dies ist die Rolle meines Lebens«: Diesen Satz sagte mir Dieter Hufschmidt eines Tages. Er meinte damit nicht eine seiner vielen Bühnenrollen als renommierter Theaterschauspieler und Rezitator, die er bis ins hohe Alter mit großer Präsenz ausfüllte. Er meinte die Aufgabe, die sein Leben von da an bestimmen sollte: die Betreuung und Pflege seiner Frau Ingrid.

Zehn Jahre lang habe ich Ingrid Hufschmidt aus Garbsen bei Hannover und ihren Mann Dieter mit der Kamera begleitet. Als bei Ingrid vor einigen Jahren eine frontotemporale Demenz diagnostiziert wurde, beschloss Dieter, fortan den Großteil seiner Aufmerksamkeit, Fürsorge und Liebe der Betreuung seiner Frau zu widmen.

Über Michael Hagedorn und »Konfetti im Kopf«

Michael Hagedorn begleitet seit vielen Jahren Menschen mit Demenz und dokumentiert ihre Lebenswelt in Bildern und Geschichten. In seinem Blog »Konfetti im Kopf« zeigt er, wie Nähe, Humor und echtes Hinsehen Verbindung schaffen. Sein Ansatz: Menschen würdevoll sichtbar machen – jenseits von Klischees.

Unterstützt von Freunden, Nachbarn und vor allem Familienmitgliedern gelang es ihm im Zusammenspiel mit professionell Pflegenden, Ingrid all die Jahre über ein liebevolles Zuhause zu erhalten und ihr die bestmögliche Pflege in den eigenen vier Wänden zu garantieren.

Besonders bemerkenswert war der familiäre Zusammenhalt. Obwohl beide Kinder mit ihren Familien viele hundert Kilometer entfernt in München und Linz lebten, verbrachten sie immer wieder Zeit mit ihrer Mutter. Damit entlasteten sie auch ihren Vater. Ganz Besondere waren die großen Feste an den Geburtstagen, als die ganze Familie, viele Freunde und Nachbarn zusammenkamen.

Schwiegersohn Christian, der hier mit Ingrid beim gemeinsamen Tischtennisspiel zu sehen ist, konnte es sich beruflich immer wieder einrichten, gleich für mehrere Tage zu Besuch zu kommen und für Ingrid da zu sein und sie liebevoll zu pflegen.

Bis zuletzt sorgte dieser Kokon aus Familie, Freunden und Pflegenden dafür, dass Ingrid trotz ihrer Demenz ein erfülltes Leben haben durfte. Getragen von einem Mann, der trotz seiner großen Erfolge seine größte Rolle nicht auf einer Bühne, sondern in den eigenen vier Wänden in der Fürsorge für seine Frau gefunden hatte. Für ihn und die Familie hatte sie einst ihre vielversprechende Schauspielkarriere aufgegeben, jetzt war er für sie da.

> Hier geht’s zu Michael Hagedorns online Symposium »Demenz ist anders«

»Es braucht Orte wie die Demenz Meets, wo man sich austauschen kann. Hier ist man willkommen – man kann Freud und Leid miteinander teilen.«

Lilly Ebneter, Junge Angehörige und Yogalehrerin

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