Echte Begegnungen - demenzjournal.com
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Konfetti im Kopf (8)

Echte Begegnungen

Die Clownin Rosalore handelt aus einer kindlichen Neugier heraus. Foto Michael Hagedorn

Begegnungsclowns spielen eine wichtige Rolle in der Betreuung von Menschen mit Demenz. Sie fördern positive Emotionen, reduzieren Ängste und verbessern die Kommunikation – und das ist wissenschaftlich erwiesen.

Eine der Clowninnen, die ihren Schwerpunkt in Begegnungen mit Menschen mit Demenz hat, ist Rosalore, die inzwischen weit über die Grenzen Hamburgs hinaus bekannt ist. Susanne Bötel hat ihre zauberhafte Figur über Jahre behutsam entwickelt. »Die Rosalore hat ganz, ganz viel von mir«, sagt sie. »Es sind echte Emotionen, die ich in diese Figur hineinbringe – keine Schauspielerei. Menschen mit Demenz spüren sofort, ob etwas echt ist oder aufgesetzt.«

Über Michael Hagedorn und »Konfetti im Kopf«

Michael Hagedorn begleitet seit vielen Jahren Menschen mit Demenz und dokumentiert ihre Lebenswelt in Bildern und Geschichten. In seinem Blog »Konfetti im Kopf« zeigt er, wie Nähe, Humor und echtes Hinsehen Verbindung schaffen. Sein Ansatz: Menschen würdevoll sichtbar machen – jenseits von Klischees.

Gerade diese Echtheit ist es, die berührt. Ich erinnere mich an eine Begegnung mit dem betagten, charismatischen Heinz Krieg in einem Hamburger Seniorenheim. Er war Künstler, ein Charmeur der alten Schule – und obwohl er schon weit in seiner Demenz war, entstand vom ersten Moment an eine fast magische Chemie zwischen ihm und Rosalore. Er bat sie, für ihn Modell zu sitzen, und begann, sie zu zeichnen. »Das war für mich einer der schönsten Momente«, erinnert sich Susanne. »Er hat mich mit Aquarellfarben porträtiert, das werde ich nie vergessen.«

Solche Momente entstehen, weil Rosalore nicht übergestülpt wirkt, sondern aus einer offenen, kindlich-neugierigen Haltung heraus agiert. »Im Grunde genommen werde ich so ein bisschen eine von ihnen«, erklärt Susanne Bötel. »Ich teile einfach die Emotionen, die gerade da sind. Und das spüren die Menschen.«

Dieses Foto, das ich von ihr gemacht habe – eines von vielen –, erzählt genau davon: von einer Begegnung, in der nicht mehr die Diagnose im Vordergrund steht, sondern die Seele des Menschen. Und auch Susanne selbst sagt: »Manchmal fühle ich mich seelisch fast nackt, weil ich so offen bin. Aber genau das schafft Nähe und Vertrauen. Jede Falte, jedes Lächeln, jede Geste bekommt dann eine eigene Bedeutung.«

Für mich ist dieses Bild ein Sinnbild für das, was echte Begegnungen ausmacht: authentische Nähe, ein berührbares Herz und den Mut, gemeinsam im Augenblick zu sein.

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»demenzworld zeigt uns, wie ein gutes Leben mit Demenz gelingen kann. Hier finden alle, die mit Demenz in Berührung kommen, was sie brauchen: Information, E-Learnings, offenen Austausch und unterstützende Gemeinschaft.«

Dr. Sarah Straub, Psychologin, Liedermacherin und Autorin

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