Wenn Unruhe entsteht, lege deine momentane Tätigkeit bewusst beiseite. Dein innerer Zustand überträgt sich unmittelbar. Atme drei- bis viermal langsam ein und aus. Öffne ein Fenster, spüre den Boden unter den Füßen oder zähle ruhig rückwärts. Schon kleine Pausen helfen, die Situation zu entschärfen.
Unruhe hat immer eine Ursache – oft mehrere. Beobachte genau: Liegt es an Hunger, Durst, Schmerzen, Toilettendrang oder Müdigkeit? Ist es zu laut, zu hell, zu hektisch? Gibt es zu viele Reize wie Fernseher, Radio oder viele Menschen? Auch Schlafmangel, Einsamkeit, Langeweile oder das Gefühl, gebraucht zu werden, spielen eine große Rolle.
Beobachten hilft dir, Muster zu erkennen: Tageszeiten, Situationen, Orte. So kannst du vorbeugend handeln und Unruhe früh abfangen.
Vermeide Befehle oder Erklärungen. Sprich langsam und ruhig. Beschreibe, was du wahrnimmst: »Du wirkst gerade sehr unruhig. Wie geht es dir?« Manchmal kann die betroffene Person Bedürfnisse äußern – manchmal reicht das Dasein.
Ein Raumwechsel, gedämpftes Licht oder weniger Geräusche können viel bewirken. Auch ein kurzer Gang auf den Balkon oder in den Garten hilft.
Kleine, vertraute Dinge wirken oft stärker als Worte: ein warmes Fußbad, ein Kräuter- oder Orangenblütentee, ein Stück Schokolade, eine Decke über die Schultern, ruhige Musik, gemeinsames Singen, eine sanfte Hand- oder Schultermassage, das Haustier auf den Schoss legen oder ein kurzes Nickerchen auf dem Sofa.