Von Desideria
LEah und ihre kreativen Projekte
Leah Schulze ist 29 Jahre alt und Designerin. Schon bevor ihre Oma Anna an Demenz erkrankte, interessierte sich Leah für dieses Thema. Sie hat ihre Oma fünf Jahre bis zu deren Tod begleitet. Leah leitet kreative Projekte für Menschen mit Demenz. Derzeit lebt sie in Bogotá, Kolumbien, und führt dort in Kollaboration mit der Alzheimer Stiftung Bogotá ein Projekt mit Menschen mit Demenz und deren Angehörige durch.
Meine Herausforderung
Als meine Oma Anna vor fünf Jahren die Diagnose Demenz bekam, war das eigentlich keine Überraschung. Ich studierte damals Design in den Niederlanden, hatte mich schon immer für das Thema Demenz interessiert und führte in Pflegeheimen kreative Projekte durch. An meiner Oma habe ich typische Veränderungen bemerkt: Sie hat die immer gleichen Dinge erzählt, hat sich unterwegs verirrt und vergaß oft Haarewaschen und Duschen. Ich vermutete, dass eine Demenz hinter den Anzeichen steckte.
Die Diagnose ging also nicht mit einem Schock einher, wie das bei vielen ist. Aber sie hat mir Angst gemacht. Ich hatte Angst, dass meine Oma sich verändert, denn ich hatte durch meine Tätigkeit in Pflegeheimen auch gesehen, was die Krankheit mit vielen Menschen macht und dass der Demenzprozess für Betroffene und Angehörige sehr schwierig werden kann. Zugleich hatte ich oft beobachtet, dass Menschen mit Demenz nicht mehr ernst genommen werden. Sie werden von ihrem Umfeld nicht mehr einbezogen, ihnen wird nichts zugetraut. Das wollte ich anders machen.