Immer mehr hochaltrige Menschen in der Schweiz möchten trotz alters- und gesundheitsbedingter Einschränkungen zu Hause wohnen bleiben. Oft unterstützen Angehörige und die Spitex sie dabei. Wächst der Bedarf nach Hilfe, reicht das jedoch nicht mehr aus. (Spitex in der Schweiz = Hilfe, Pflege und Beratung außerhalb des Spitals oder Heims, bei älteren, kranken oder beeinträchtigten Menschen zu Hause)
»Wenn der Umzug in eine Langzeitpflegeeinrichtung nicht gewünscht ist, stehen vor allem die Angehörigen vor der Frage, wie es weitergehen soll«, erklärt Franzisca Domeisen Benedetti, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Pflege der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW.
Denn meistens benötigen ältere Menschen zusätzliche Hilfe bei der Alltagsbewältigung, etwa beim Anziehen, Kochen, Einkaufen, Spazierengehen und beim Sorgen für Sicherheit. Im Schweizer Versorgungssystem gelten diese Tätigkeiten als Betreuung und werden von der professionellen, öffentlich mitfinanzierten Pflege unterschieden.
Hier kommen Care-Migrantinnen ins Spiel, die bei älteren Menschen zuhause wohnen und arbeiten. Diese Form der Sorgearbeit wird als «live-in-Betreuung» bezeichnet. Sie nimmt seit der Erweiterung der Personenfreizügigkeit mit der EU im Jahr 2011 in der Schweiz stetig zu. Fast ausschließlich Frauen leisten sie.