Maria Ball (81) ist Familienfrau und pensionierte Lehrerin. Ihr erster Ehemann starb mit 46 an einem Herzinfarkt und liess sie mit vier Kindern zurück. Sechs Jahre später lernte sie Paul kennen, der bis heute ihr treuer Begleiter ist. Maria engagierte sich in mehreren Vereinen und war auch zu Hause sehr aktiv. Sie legte Wert auf eine schöne Einrichtung des Hauses und gutes Essen. Backen, Kochen und Gärtnern zählten zu ihren Hobbys. Sie ist bis heute vital und sportlich. Vor drei Jahren bekam sie die Diagnose Alzheimer. Sie will nach wie vor ihr Leben unter Kontrolle haben und viel unternehmen. Weil dies oft nicht mehr gelingt, überfordert sie damit sich und ihre Mitmenschen.
Paul Huber (79) war wie Maria Lehrer und lernte sie bei der Arbeit kennen. Die beiden verliebten sich und verbrachten schöne Jahre mit vielen Reisen und im Kreise ihrer grossen Familie. Paul begleitet seine jetzt erkrankte Maria liebevoll – fühlt sich aber oft einsam und überfordert, da er Maria nicht so unterstützen kann, wie er gerne möchte. Im Angesicht ihrer Verluste und Defizite ist er wie sie oft traurig und hilflos.
Paul hat Maria gesagt, dass ihre Enkelin Irina morgen Geburtstag habe. Jetzt will Maria den Schokoladekuchen backen, den alle so gerne haben. Paul hat die Zutaten gekauft und das Rezept ausgedruckt. Jetzt beginnt Maria mit der Arbeit und wehrt Pauls Unterstützungsversuche ab: »Du meinst wirklich, ich kann das nicht mehr? Ich bin doch nicht blöd!«. Doch das Abwägen des Mehls und Aufbrechen der Eier gelingen Maria nicht. Sie beschuldigt Paul, er habe die falschen Eier eingekauft, und er könne den Kuchen allein machen. Sie verlässt die Küche und geht ins Schlafzimmer. Jetzt steht Paul allein in der Küche. Er ist traurig und verzweifelt.